0426 Heimat – homeland – petite patrie – 故郷 XII

1960年代にドイツが経済成長を成し遂げたのは、トルコ中心に外国人労働者を迎えたところにもありますが、この人々にとって故郷とはどこにあるのでしょうか。

Heimat. Ort, Land, das sich unter der Herrschaft eines Staates, eines Herrschers befindet. / Kreis, Stadt, Dorf, Gegend, Region. / Dort, wo jemand geboren und aufgewachsen ist. / Oder manchmal auch einfach da, wo jemand begraben sein möchte. / Wo du geboren wurdest, aber vielleicht aufgehört hast zu leben, Ort, den du verlassen hast oder auch verlassen musstest, der dich vertrieben hat… / Der deinen Nationalstolz zum Erwachen bringt oder auch deine Zukunftshoffnungen im Keim erstickt. […] Ich schreibe diese Zeilen im 60. Jahr des Anwerbeabkommens, das 1961 zwischen der Türkei und Deutschland unterzeichnet wurde. Die Eltern meiner Mutter gehörten zur ersten Generation jener, die nach Deutschland gingen. Mein Großvater starb dort vor Jahren und wurde in Iskenderun begraben, das er als seine „Heimat“ bezeichnete. Meine Großmutter lebt noch immer dort, gemeinsam mit ihren Kindern und Enkeln. Es gehört zu den unauslöschlichen Erinnerungen meiner Kindheit, die sich eingebrannt haben, wie sie einmal im Jahr in die Türkei kamen und dann wieder nach Deutschland zurückkehrten. […] „Oma“, fragte ich: „Wo ist denn nun deine Heimat?“ Zunächst antwortete sie, wegen ihrer Mutter, mit Kreta, danach sprach sie von Izmir, wohin ihr Großvater eingewandert war, und kam dann auf Iskenderun. Geboren wurde sie in Iskenderun. Aufgewachsen ist sie mit den kretischen Erinnerungen und Gerichten ihrer Mutter. „Und Deutschland?“, sagte ich[.] „Du hast dort zwei Generationen großgezogen, du kommst ja auch nicht zurück. Ist deine Heimat da, wo du lebst oder dort, wo du geboren wurdest?“ Sie war von der Frage verwirrt, stotterte, wusste nicht genau und sagte: / „Dort ist mittlerweile auch Heimat, aber hier ist auch meine Heimat. Eines Tages werde ich zurückkehren, aber ich weiß nicht, ob in einem Passagiersitz des Flugzeugs oder in einem Sarg in seinem Laderaum[,] aber ich werde hier in meiner Heimat begraben sein…“ (Sibel Oral: Heimat in allen Facetten. In: Goethe-Institut Türkei)
故郷。場所、国、ある国家や支配者の支配下にある場所、土地。/郡、町、村、地域、地方。/誰かが生まれ、育った場所。/あるいは、また単に埋葬して欲しい場所。/貴方が生まれたが、住むのを止めた場所、貴方が去った、あるいはまた去らざるを得なかった場所、貴方を追い払った場所…。/貴方の民族の誇りを呼び覚ますところ、あるいは、将来への希望の芽を摘み取ってしまうところ。【…】私は、1961年にトルコとドイツが労働者派遣協定を締結して60周年を迎えるにあたり、この文章を書いている。私の母の両親は、ドイツに渡った最初の世代に属する。私の祖父は数年前にドイツで亡くなり、祖父が「故郷」と呼んでいたイスケンデルンに埋葬された。私の祖母は、子供たちや孫たちと一緒に今でもドイツに住んでいる。私の子供時代の脳裏に刻まれた忘れられない思い出の一つは、彼らが年に一度トルコに帰省し、そしてまたドイツに戻って行ったことである。【…】「おばあちゃん、おばあちゃんの故郷はどこなの?」と私は訊いた。祖母はまず、祖母の母親の関係からクレタ島と答え、次に祖父が移住したところのイズミルと言い、それからイスケンデルンまでやって来た。祖母はイスケンデルンで生まれ、育ったのは、母親とその料理と共に思い出すクレタ島。「それで、ドイツはどうなの?」と私は訊いた。「そこで2世代を育てたんだから。もうトルコに戻ってくることはないんでしょう?おばあちゃんの故郷は、今、住んでいるところなの?それとも生まれたところ?」祖母はこの質問に戸惑い、言葉を詰まらせ、よく分からないままこう言った。「ドイツは今では故郷だけど、ここも私の故郷なの。いつかまた戻ってくるの。でも飛行機の客席に座ってか、それとも貨物入れの棺桶の中かは、分らないけど。それでも、私は故郷に骨を埋めたいの…。」(ズィベル・オラル『多様な故郷』、ゲーテ・インスティテュート)

ベルリンの壁は、一定数の故郷喪失者を生み出しました。

Tante Annie war zufällig am Abend des 12. August 61 zu ihrem Verlobten, Manfred, nach Westberlin gefahren und hatte dort übernachtet. Ohne dass sie selbst eine Entscheidung getroffen hätte, war sie am nächsten Morgen für immer im Westen. Im September konnte geheiratet werden, die Heimat aber war hinter der Mauer zurückgeblieben, die Heimat schmeckte nach Kohlrouladen, Königsberger Klopsen und Buttercremetorte, die Rezepte der Mutter kamen von da an per Post: Kleingehackte Petersilie untermengen, nicht kochen lassen, Topf vom Feuer stellen, sonst wird die Petersilie grau. Das ist alles. Guten Appetit! Ob es diese zahllosen Briefe gegeben hätte auch ohne die Mauer? Hatte das Schreiben mit der Plötzlichkeit dieser Trennung zu tun? (Erpenbeck, Kairos, S. 92)
偶然にも、アニー叔母さんは61年8月12日の夜、西ベルリンの婚約者マンフレートのところに行き、そこで一夜を過ごした。翌朝から叔母さんは自分で決断することなしに、生涯西側に住むことになった。9月に結婚式を挙げることができた、だが故郷は壁の向こう側に置き去りにされた、故郷の味はロールキャベツ、ケーニヒスベルグ・ミートボール、バタークリームのケーキだった。それ以来、母親のレシピは郵便で送られてくるようになった――「細かく刻んだパセリを入れる、沸騰させない、鍋を火から下ろす、でないとパセリが黒ずむ。これで出来上がり。お召し上がれ!」この無数の手紙は、壁がなくても、存在しただろうか?これらの手紙は、この突然の生き別れと関係があったのだろうか。(エルペンベック『カイロス』)

イタリア語で小説を書くスイス人の作家フルール・イェッギーは、ドイツでは夫のロベルト・カラッソ(Roberto Calasso)ほどには知られていません。

Fleur Jaeggy lebt alleine und weitgehend zurückgezogen in Mailand, umgeben von Büchern, Interviewanfragen ignoriert sie konsequent. Die Schweizer Autorin, die zwischen drei Sprachen – Italienisch, Französisch und Deutsch – aufgewachsen ist, bezeichnet sich selbst als Heimatlose. Ihre Figuren leben ähnlich, in abgeschiedenen Häusern oder Internaten. / In Fleur Jaeggys Werk zeigt sich ein Drang, diese Heimatlosigkeit literarisch zu bewältigen. (SZ, Pascal Moser, 24.07.2024)
フルール・イェッギーは一人ひっそりとミラノで、本に囲まれて暮らしており、インタビューの問い合わせは一貫して無視している。イタリア語、フランス語、ドイツ語の3ヶ国語で育った、このスイス人作家は、自らを故郷喪失者と言う。/フルール・イェッギーの作品には、この故郷喪失状態を文学において克服しようとする衝動が見て取れる。(『南ドイツ新聞』パスカル・モーザー)

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